Um den friedlichen Umbruch, die sanfte Revolution und die Kraft der Blumen als Symbol vergänglicher Schönheit soll es gehen. Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci bleiben auch im Corona-Jahr 2021 dem Geist von Revolution und Utopie verbunden, der in der Musik aller Jahrhunderte lebt, und tragen die Essenz der »Flower Power«-Saison in den virtuellen Raum.

Im alten Festspielzeitraum vom 11.-27. Juni können die Zuschauer eintauchen in ein virtuelles Festival-Konzentrat aus Opernstream, Zoom-Konzerten, Interviews und After-Konzert-Events (Meet the Artist). Das Laptop wird zur Loge, von der aus man einen weiten Musikhorizont von Renaissance und Barock über die Romantik bis hin zur Uraufführung neuer Auftragskompositionen für die Musikfestspiele überschauen kann. Ins Bild gesetzt werden in den digitalen Veranstaltungen dabei natürlich die historischen Säle und Schlösser von Potsdam Sanssouci, die auch in dieser Variante das Herzstück der Musikfestspiele bilden.

Im Mittelpunkt steht die Premiere von Georg Friedrich Telemanns »Pastorelle en musique« unter Leitung von Dorothee Oberlinger: Am vermeintlich von Konventionen freien Personal des Schäferidylls verhandelte die Zeit Friedrichs des Großen Themen, die auch die Hippies 250 Jahre später noch beschäftigen – wie frei darf Liebe sein und wieviel Bindung braucht der Mensch?

Auch in der Musik selbst werden Regelmaß und Freiheit seit jeher immer wieder neu ausbalanciert. Die spanische Musikerin Lina Tur Bonet und ihre Mitstreiter gehen an zwei Abenden dem Wesen der Verzierung in barocker Violinmusik auf den Grund und lassen sich von ihren illustren Vorgängern zu eigener improvisatorischer Ausschmückung inspirieren.

Zwei, die darin Meister waren und in London in benachbarten Häusern wohnten, treffen im Eröffnungskonzert des belgischen Ensembles B’Rock mit Solisten um Dorothee Oberlinger aufeinander: Georg Friedrich Händel und Jimi Hendrix.

Zeitliche Grenzen durchbricht auch das Tanztheaterprojekt im Schlosstheater und übersetzt Szenen aus der Passion Christi aus Bibers Rosenkranzsonaten in eine moderne Erzählung. Und natürlich lässt sich »Flower Power« auch ganz wortwörtlich zum Klingen bringen, etwa in Blumenstücken und Albumblättern für Hammerklavier der frühen Romantik oder in der modernen Erstaufführung einer Graun-Kantate über die Lust am eigenen Garten.

Vom Aufblühen und Durchstarten können junge Menschen am besten erzählen. Die Dinnerkonzerte stellen drei Ensembles vor, deren Karriere in der Alten Musik gerade die europäischen Bühnen erobert. Und die Junge Philharmonie Brandenburg unterwirft mit den Brandenburgischen Konzerten von Johann Sebastian Bach einen soeben 300jährigen Evergreen des Barock ihrem jugendlichen Spieltrieb. Den Blick in die Zukunft rundet das Fahrradkonzert 2021 ab – mit einer Premiere. Denn erstmals ist es in virtueller Form aufbereitet und individuell befahrbar. Wo’s lang geht, zeigt den Besuchern die App auf dem Handy, die an den zu entdeckenden Orten so manche musikalische Überraschung erblühen lässt.

Da ein Festival aber nicht nur aus Musik, sondern atmosphärisch vor allem auch aus der Begegnung mit Künstlern und dem Publikum untereinander besteht, ergänzen die Musikfestspiele das Geschehen durch experimentelle Aufführungsformate und zeitgemäße Foren im virtuellen Raum. Hier finden Einführungsinterviews, Künstlertalks und die Konzerte im Rahmen einer erlebten Gemeinschaft statt, kann reagiert, interagiert und gefragt werden. Die Musikerinnen und Musiker mischen sich ins Gespräch ein, erzählen von ihren Erfahrungen mit der Musik und schaffen so lebendige Brücken in die Wohnzimmer des Publikums. Nach den Konzerten lädt die Künstlerkneipe »Zur Goldenen Palme«, ein virtueller Treffpunkt in und um das Schlosstheater im Neuen Palais, dazu ein, die Erfahrungen des Abends in lockerem Austausch mit anderen zu reflektieren.

Ein weiteres verbindendes Element wird sein, dass die »Besucher« der Musikfestspiele auch auf das Catering und den Pausensekt nicht verzichten müssen. Der Caterer »Fine Dine« offeriert eine Auswahl von Menüboxen, von festlich bis vegan, die auf Bestellung geliefert werden, auf Wunsch auch mit dem passenden Sekt für danach. So lässt sich der Festspielabend ganz individuell Zuhause zelebrieren und die digitale Musik um die sinnliche Komponente des Menüs abrunden.

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