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Pressestimmen 2011

Ausgewählte Pressenotizen
"Die Musikfestspiele sind eine Potsdamer Institution. Seit 1955 bespielen sie die prachtvollen Schlösser und Parks der Stadt. Wurden die musikalischen Darbietungen früher vornehmlich von passionierten Musikkennern und –liebhabern goutiert, möchte man nun schon seit Jahren mit zeitgemäßen Programmen für Kinder und die ganze Familie, für Schau- und Hörlustige aller Altersstufen und musikalischen Vorbildungen und Vorlieben das Spektrum der Zuhörergemeinde in jede Richtung erweitern."
neue musikalische zeitung, 02.6.2011
 
"Das verspricht gewaltiges Leuchten und Jubeln: 'Sachsens Glanz trifft Preußens Gloria'. Ort des Aufeinandertreffens ist Potsdam, wo am Sonnabend unter dem genannten Titel die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci beginnen. […] Nun also sucht Potsdam nach den Spuren der alten, freilich längst nicht immer so friedlichen Verbindung zu Dresden, seiner reichen Musikgeschichte und der – so schreiben es jedenfalls Festspielleiterin Andrea Palent und Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in ihrem Grußwort im Programmheft – 'typisch sächsischen Lebenslust'."
Dresdner Neueste Nachrichten, 11.6.2011
 
"Fast hatte man es in den letzten Jahrzehnten vergessen, dass ein Konzert nicht nur ein intellektuelles, sondern auch geselliges Ereignis sein kann. Ein schneller, überteuerter Sekt in der Pause, ein paar Sätze Smalltalk – in der Regel ist der kommunikative Aspekt des Konzertbesuchs ziemlich bescheiden […] Da wundert es auch nicht, dass diejenige Konzertform derzeit einen Aufschwung erlebt, die den Geselligkeitsaspekt am stärksten verkörpert: das Hauskonzert. In Potsdam finden im Rahmen der Musikfestspiele in diesem Jahr erstmals eine ganze Reihe von Konzerten im in privaten Villen statt. Die Musikerauswahl ist handverlesen: Mit dem Geiger Anton Steck, dem Flötisten Alexis Kossenko und dem Gambisten Philippe Pierlot sind Stars der Alte-Musik-Szene vertreten. Was auch deshalb sinnvoll ist, weil die barocke und klassische Kammermusik nicht für Konzertsäle, sondern für genau solche Orte privater bürgerlicher Musikpflege geschrieben wurde und somit endlich einmal in historisch korrektem akustischen Umfeld zu erleben ist."
Der Tagesspiegel, 11.6.2011
 
"Villenbesitzer öffnen ihre Wohnzimmer, per Rad geht es auf Konzertreise – die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci (11.-26- Juni) präsentieren in diesem Jahr viele neue Ideen. Unter dem Motto 'Dresden – Sachsens Glanz trifft Preußens Gloria' greift das zweiwöchige Festival die enge Verbindung zwischen Sachsen und Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert auf."
dpa,09.6.2011
 
Giovanni Alberto Ristori: "CALANDRO", Premiere 11. Juni 2011
"Mut zum Risiko beweist das neue Format 'Junge Barockoper Sanssouci', bei dem jene Oper produziert wird, die der 15jährige Kronprinz in Dresden sah: 'Calandro' von Giovanni Alberto Ristori. Mehr noch als die galant angehauchte Musik reizt das aktuelle Libretto von Stefano Pallavicino […]. Das Ensemble Kaleidoskop spielt frisch und klar, unter den Sängern ragen Altistin Maria Sanner und Bariton Christian Oldenburg heraus. Kostüme und Bühnenbild schlagen die Brücke zwischen Parkumgebung und Gegenwart."
Der Tagesspiegel, 13.6.2011
 
"Die Barockmöbel im Gartensalon des Schlossagartens Sanssouci sind umgekippt, Moospolster wuchern. Wunderbar signalisiert schon das Bühnenbild das Konzept der 'Jungen Barockoper Sanssouci' zum Auftakt der Potsdamer Musikfestspiele 2011. Gegen den Strich soll alles gebürstet sein, schmissig, originell, jung und frech, verständlich und heutig. Das Konzept geht auf. Unter der Regie von Hendrik Müller und der musikalischen Gestaltung von Olof Bomann rockt Giovanni Alberto Ristoris barocke Commedia per musica 'Calandro' aus dem Jahre 1726 regelrecht ab. […] Rundherum eine liebenswürdig schmissig inszenierte und intonierte Opernüberraschung im kleinen Format."
klassik.com,13.6.2011
 
"Festivals für Alte Musik tun gut daran, sich zu verjüngen, personell und intellektuell. Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci haben dafür ein eigenes Format aufgelegt […]. In der Woche vor der Premiere hatten 150 junge Menschen zwischen acht und 14 die Proben besucht, um die Gattung Oper als überhaupt nicht vorgestrig kennenzulernen. […] Das [Orchester] bewegte sich indes nicht nur hübsch, es konzertierte auch federnd, frisch und frech. […] Applaus – für alle!"
Märkische Allgemeine Zeitung, 14.6.2011
 
Giovanni Andrea Bontempi: "IL PARIDE", Premiere 19. Juni 2011
"Die Lautenistin Christina Pluhar grub das mythologische Drama nun nach 350 Jahren für die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci grandios wieder aus. […] Das geduldige Brautpaar [der Uraufführung] bekam also ebenso wenig Liebeselend vorenthalten wie das heutige, mit Recht begeisterte Publikum, das ein großartiges Ensemble um den Counter-Komiker Dominique Visse und den warmen Alt von Luciana Mancini genießen darf. […] Dass der Beschnittene Bontempi ein mehr als nur gelehriger, sondern sehr kreativer und radikal-emotionaler Mitbegründer des Operngenres im Seicento war, konnte bis Sonntag niemand wissen. Jetzt kann es niemand mehr übersehen."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.6.2011
 
"Doch zudem schafft es Andrea Palents Mannschaft jedes Jahr wieder, eine passgenau zum Saisonmotto mundende barocke Opernköstlichkeit auszubuddeln. […]. Christoph von Bernuth inszeniert auf den Pointenpunkt genau mit den sparsamen, aber geistig reichen Mitteln des barocken Theaters eine vergnügliche Mischung aus Götterzwist und Education sentimentale, Offenbachiade und tragischem Innehalten. […] Besonderen Spaß macht diese Ausgrabung diesmal freilich, weil mit Christina Pluhar samt eigenem L’Arpeggiata-Ensemble die für diese Epoche beste Theaterpraktikerin im kleinen Graben sitzt. Die zupft zart, aber lässt es auch so krachen, das auf der Bühne noch nicht einmal ein Akkuschrauber stört."
Die WELT, 21.6.2011
 
"Eine Entdeckung von schönstem Ausstrahlungs- und Sammlerwert ist in Potsdam auch deshalb gelungen, weil es sich ganz nebenbei um das Operndebüt der berühmten Christina Pluhar und ihres Ensembles 'L’Arpeggiata' handelt. Ein Coup. […] Außer dem formidablen, in gleich drei Rollen staunenswerten Ur-Countertenor Dominique Visse – seit 35 Jahren eine Stimme wie ein Stück Kernseife; superb! – stehen der Aufführung keine Stars zur Verfügung. […] Tatsächlich eine Aufführung, die von der ersten bis zur letzten Rolle erstklassig durchbesetzt ist. Das nenne ich wahre Kennerschaft. Christina Pluhar,  […] gelingt ihr Operndebüt bravourös. […] Wie immer hat sie alles Mögliche transponiert, umverteilt und manipuliert, was ihre große Stärke ist. So entsteht ein barocker Partysound, ein circensischer Spaß irgendwo zwischen Cavalli und Schmelzer, dem die zahlreichen Zupf- und Schlaginstrumente ihres Ensembles den besonderen Drive geben. […] Schon mehrfach war es so, dass eine einzige Produktion der Schlossfestspiele die Saison von zwei Berliner Opernhäusern aufwog – zumindest was den musikalischen Novitätswert betrifft. Dies ist lässig die Ausgrabung des Jahres."
rbb kulturradio, 20.6.2011
 
"Dank den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, die die Inszenierung koproduzieren, konnte eine hochkarätige Barocktruppe mit der Lautenistin Christina Pluhar an der Spitze zusammengestellt werden. Pluhar sorgt als Leiterin im kleinen Orchestergraben von ihrer riesigen Theorbe aus für ein unmittelbares Musikerlebnis […]. Christoph von Bernuth (Regie) und Oliver Helf (Ausstattung) vollbringen einen fulminanten Balanceakt zwischen sehr alter und sehr neuer Opernregie."
Berliner Zeitung, 22.6.2011
 
"Neben der sängerischen Klasse, mit der das schwierige historische Material bewältigt wurde, und der exzellenten Begleitung überzeugten die szenische Dichte, die souveräne Balance zwischen Wucht und Heiterkeit, Derbheit und Poesie, das Gespür der Regie, die frühbarocken Zeitgeist buchstäblich tanzen ließ, für starke Affekte und zwarte Zwischentöne. Hoffentlich ist dieses Prachtstück auch einmal in Dresden zu erleben, wo es vor knapp 350 Jahren entstand."
Sächsische Zeitung, 29.6.2011
 
Eröffnungskonzert: L’Aura Soave Cremona / Azzolini / Steimle, 11. Juni 2011
"Mit dem Ensemble L’aura soave Cremona gelang bei den Potsdamer Musikfestspielen 2011 ein fantastisches Eröffnungskonzert. […] Mit hoher Dynamik, brillanter Präzision und euphorisierender Expressivität interpretierten die Musiker unter der Leitung von Sergio Azzolini Bachsche Zeitgenossen – mit Ausnahme von Johann Friedrich Fasch aus dem Wirkungskreis Dresdens. […] Sergio Azzolini lässt in glühender Fagotttiefe die Funken sprühen, auf die die Oboen in sphärischen Höhen antworten – ein wunderbarer Dialog […]."
klassik.com, 13.06.2011
 
Sächsische Saitensprünge, 12. Juni 2011
"Axel Wolf, der kurzfristig für den verletzten Lautenisten Christian Rivet eingesprungen war, spielte ausgeglichen zwischen introvertierter Innenschau und expressiver Lust. […] Kein Lautenabend, wie so oft schon erlebt, der in tränenseliger Melancholie ersoff. Und bei dem es ein Genuss war, dem Spiel von Wolf nicht nur zu lauschen, sondern auch zu beobachten."
PNN, 15.06.2011
 
Dresdner Kunstraub, 17. Juni 2011
"Mit der Trio-Sonate D-Dur des Berliner Bach, der schließlich Nachfolger seines Taufpaten Telemann in Hamburg wurde, zelebrierten die französischen Botschafter der Musik erneut ein galantes Rankenwerk von Flöte und Violine. Wenn Tafel- und Unterhaltungsmusik so hinreißend gespielt wird wie von den erstmals bei den Musikfestspielen Potsdam auftretenden ‚Ambassadeurs‘, wird sie zum reinen Genuss."
PNN, 20.06.2011
 
WeinBergfest: "Gesellschaft zur Bekämpfung der Nüchternheit", 18. Juni 2011
"Vier Themen wurden von fünf Herren anmoderiert, denen es sichtlich Mühe machte, akademische Titel und allerhöchste ministerliche Ämter nicht zu erwähnen. Jürgen Strauss kurbelte eine flotte Auftaktrunde 'Zum Verhältnis Brandenburg und Sachsen heute – Nachbarn oder Konkurrenten?' an, die unisono in vollständigem Respekt endete. Ein sächsischer Disputant, in weinlaunigem Trotz verfangen, bestand allerdings darauf, dass die Weinberge in seiner Heimat höher seien. Dieter Hütte und Hans-Jürgen Goller beackerten die Tourismusentwicklung in den neuen Ländern: 'Gastfreundschaft oder Servicewüste?'. Auch hier gab es höchste Komplimente und wie zum Beleg der These schenkte die zufällig anwesende Chefin der Musikfestspiele, Andrea Palent, eigenmächtig Wein nach. […] Auch hier obsiegte in sächsisch-brandenburgischer Eintracht das Positive. Hoch lebe Bacchus!"
Märkische Allgemeine Zeitung, 20.06.2011
 
Venezianische Grüße, 18. Juni 2011
"Sardelli und sein Ensemble Modo Antiquo sind das Beste, was Vivaldi heute passieren kann. Der Streichersound ist austrainiert feurig, orchestral gesteuerte Ruppigkeit und Milde korrespondieren mit deklamatorischem Geschick. Die Solopartien wurden dem deutschen Barockgeigen-Spezialisten Anton Steck übertragen, der auf seinem 1658 von Jacobus Stainer gebauten Instrument Gestaltungswillen bis in die höchsten Lagen bewies und dem die geforderten Staccato- und Spiccato-Techniken offenbar zur zweiten Natur geworden sind. […] Kurzum: fulminant, fabelhaft, furios."
Märkische Allgemeine Zeitung, 20.6.2011
 
Fahrradkonzert, 19. Juni 2011
"Die Touristen aus dem Ruhrgebiet haben die erste Etappe geschafft und sitzen beim Potsdamer Bier am Forsthaus Templin. […] Rund um den Schwielowsee sind die Musikfreunde leicht auszumachen: Der Fahrrad-Aufkleber auf Rucksack oder Packtaschen macht sie zu Teilnehmern am Rundkurs. […] Die größte Tour führt um den Schwielowsee an Schloss Caputh vorbei und ist nicht nur die längste: Musik und Natur, Geschichte und Kunst verbindet sie am intensivsten. Friedrich Wilhelm I. hat von hier aus vor 300 Jahren seine Jagdausflüge begonnen. 'Dresdens Glanz trifft Preußens Gloria'."
PNN, 20.06.2011
 
Ganz großer Bogen, 21. Juni 2011
"Rachel Podgers Interpretation war dabei nicht allein auf die 'Ciaccona' ausgerichtet als Höhe und Gipfelpunkt dieser Partita. Jeder einzelne Satz wurde zu einem kleinen Meisterwerk. […] Momente reinen Glücks, bei denen man sich immer wieder wünschte, dass doch endlich jetzt einmal die Zeit stehen bleiben könnte."
PNN, 23.06.2011
 
Seelenschatz, 25. Juni 2011
"Es war gut, dass das Ensemble Trinity Baroque und ihr Leiter, der Tenor Julian Podger, Mauersbergers Motette ins Programm nahm […], somit waren neben der festlich-heiteren Barockmusik, die in den vergangenen Tagen vor allem erklang, auch solche meditativ-bewegenden Momente des Freitagabends während des Festivals immens wichtig. […]Der Beifall für diesen außerordentlich bewegenden Konzertabend, der sich fast als Anthologie der evangelischen Kirchenmusik entpuppte, war groß."
PNN, 27.06.2011

Spitzentöne, 25. Juni 2011
"In der Friedenskirche erklangen Arien von Lotti, Hasse, Händel und Vivaldi. Begleitet vom Concerto Köln steigerten sich Genaux und Mineccia in einen wahren Sangesrausch und ernteten Ovationen."
Berliner Zeitung, 29.06.2011
 
"Bei Vivica Genaux kam erwartungsgemäß alles zusammen: Technik, Charisma, Brillanz. Aber Filippo Mineccia mit seiner ausdrucksstarken und kraftvollen Stimme war ihr ein ebenbürtiger Partner. Und das Concerto Köln, eines der renommiertesten Ensembles historischer Aufführungspraxis, begeisterte auch dieses Mal mit einer frischen, leidenschaftlichen Vorstellung."
MAZ, 27.06.2011
 
Abschlusskonzert, 27. Juni 2010
"Wann war letztmalig ein Weltklasse-Orchester vom Rang der Sächsischen Staatskapelle Dresden in Potsdam zu Gast? […] Doch man konnte mit dem Gastspiel der Elbestädter auf die jahrhundertealte und reiche Tradition der Hofkapelle bis zur Staatskapelle verweisen. Und somit wurde wieder an das Festspielthema angeknüpft. […] Das Konzert mit den Dresdnern gehörte zum Höhepunkt der diesjährigen Festspiele. Dies muss man erst toppen, auch bei der Schlössernacht."
PNN, 28.06.2011
 
Bilanz
"Sie waren wieder ein Fest, die Musikfestspiele 2011. […] Ein Fest, das seinen regelmäßigen Gast mit liebgewonnener Routine empfing: Volle Konzertsäle, eine bejubelte Opernproduktion und diese ganze besondere Pausenatmosphäre. […] Es ist das Vertraute und Neue, das in seiner Mischung den Musikfestspielen schon seit Jahren ihren Reiz gibt. Die beständige Qualität der Konzerte, die hervorragenden Ensembles und die durchdachte Programmgestaltung. Und in diesem Jahr neu der Auftritt der 'Jungen Barockoper Sanssouci' mit 'Calandro' und die Wiederentdeckung der traditionellen Hausmusiken in Potsdamer Villen. Dazu das Angebot für Kinder, die bei 'Kindsein wie Friedrich' ganz im Mittelpunkt stehen. Was aber leider mittlerweile auch zu den Musikfestspielen dazu gehört, sind Misstöne. Fehlten im vergangenen Jahr 40.000 Euro in der Kasse der Veranstalter aufgrund von Tariferhöhungen, platzte in diesem Jahr pünktlich in der Festspielzeit die Nachricht, dass zum Ende des Jahres die Förderung durch Hauptstadtmittel für Potsdam auslaufen. Die Musikfestspiele erhielten davon 100.000 Euro. Geld, auf das dieses Festival nicht verzichten kann!"
PNN, 28.6.2011