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Haydns Welt

Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2009 stellen mit Joseph Haydn (1732-1809) einen Komponisten in den Mittelpunkt, der zwar der Begründer der Wiener Klassik und seinerzeit ein Weltstar war, heute jedoch oft noch im Schatten von Freund Wolfgang Amadeus Mozart und Schüler Ludwig van Beethoven gesehen wird. Daher ist es an der Zeit, die Perspektive zu wechseln, anstelle des rückwärts gewandten Klischees vom altväterlichen ›Papa Haydn‹ die Blickrichtung mit einem Komponisten zu teilen, der sich mit Fleiß und Spürsinn ganz Europa als Publikum eroberte. Haydns Welt, die Welt des 18. Jahrhunderts, ist das Zeitalter der Neugier, voll unglaublicher Entdeckungen, eine Zeit der Experimentierfreude, der Reiselust und der Suche nach einer Universalsprache in Tönen.


Haydns Welt aus seinen Augen zu entdecken führt von den Anfängen im kleinen Dörfchen Rohrau über die volksmusikalischen Einflüsse des heutigen Ungarn bis hin zur ehrwürdigen Kirchenmusik am Stephansdom. Dort, im Mittelpunkt des Habsburgerreichs, liegt das pulsierende Wien Kaiser Josephs II., das Wien der Hofbälle, Opernhäuser und Serenaden, der Kaffeehäuser und Praterspaziergänge. Haydns Leben als Komponist beginnt in der prächtigen Welt der esterházyschen Fürstenhöfe in Eisenstadt und Eszterháza am Neusiedler See, und er erobert mithilfe findiger und verkaufstüchtiger Musikverleger auf die Ferne das ganze musikalische Europa für sich, bis er sechzigjährig zu einer Reise antritt, die ihn nach London, ins Herz der neuen Zeit und ihrer aufgeklärten Gesellschaft führt. Und dort, in den Konzertsälen der Metropole am Hanover Square, legt sich ihm und seinen raffiniert konzipierten Sinfonien und Kantaten das bürgerliche Publikum in einem unbeschreiblichen Erfolgsrausch zu Füßen, während in Paris zur selben Zeit die Französische Revolution das Ende der Adelsherrschaft besiegelt.

Freuen Sie sich auf über 35 Konzerte, zwei Opernpremieren, ein umfangreiches kulturelles Begleitprogramm, Familienevents und Open-Air-Konzerte vor historischer Kulisse. Internationale Künstler wie Il Giardino Armonico, The Academy of Ancient Music, Klaus Maria Brandauer und das Quatuor Ebène geben im UNESCO-Weltkulturerbe der Schlösser und Gärten Potsdams dem 18. Jahrhundert und seiner Neugier eine Stimme.